Aktuelles

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2026

von Berit Krondorf

Zum World Wetlands Day:

Ein Jahr in Mooren

2. Februar 2026  Zum Internationalen Tags der Feuchtgebiete am 2. Februar kündigt das Greifswald Moor Centrum eine neue Veranstaltungsreihe an: „Ein Jahr in Mooren“. Jeden Monat ermöglicht eine Exkursion Interessierte, die vielfältige Moorlandschaft in und um Greifswald sowie in Vorpommern zu erkunden.

Im Sommer lassen sich die einzelnen Schwerpunkte wie etwa Biodiversität und Nutzungsgeschichte oder Paludikultur im Gelände erleben. In den Wintermonaten werden die Teilnehmenden beim Arbeitseinsatz warm oder sitzen in der gemütlichen Moorbibliothek.

Hier die anstehenden Termine:
Am 7. Februar heißt es Anpacken im Mannhagener Moor. Gemeinsam räumen wir junge Bäume aus dem Moor, um seltene Arten zu schützen. Für die heiße Suppe in der Mittagspause ist gesorgt.
Am 16. März führt die Exkursion zum „Schatz an der Küste“, dem Polder Drammendorf auf Rügen“ mit viel Info über die Renaturierung und aktuelle Forschung in diesem Küstenmoor.
Am 25. April sehen wir ob sich Moorschutz und -nutzung vereinen lassen. Im Polder Bargischow Süd wird auf nasse Bewirtschaftung (Paludikultur) umgestellt.
Am 9. Mai lässt sich der Klang eines Küstenüberflutungsmoor bei der Beobachtung von Brutvögeln auf den Karrendorfer Wiesen erleben. Neben faszinierenden Vogelstimmen erfahren die Teilnehmenden alles zur Nutzungsgechichte und den dortigen Naturschutzmaßnahmen.

Ob naturnah, genutzt, degradiert oder wiedervernässt – die Exkursionen in Gebiete mit ganz unterschiedlichem Zustand und Funktion. Sie richtet sich an alle interessierten Menschen, sind kostenfrei, erfordern jedoch eine Onlineanmeldung.
Alle Information hier: Ein Jahr in Mooren - Greifswald Moor Centrum

Hintergrund: World Wetland Day

Der weltweite Tag der Feuchtgebiete (World Wetlands Day, WWD) macht seit 1997 jährlich am 2. Februar auf die Bedeutung der Feuchtgebiete, u.a. der Moore, aufmerksam. Am 2. Februar 1971 wurde die Ramsar-Konvention, das internationale Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten, verabschiedet. Seit 2021 ist er ein von den Vereinten Nationen anerkannter Internationaler Tag. Durch Verschmutzung, Entwässerung und Landwirtschaft, Brände sowie Überfischung sind Feuchtgebiete, zu denen auch Moore zählen, weltweit bedroht oder bereits zerstört. Dabei sind sie Garanten für Artenvielfalt und Klimaschutz. Sie bieten den Menschen unter anderem Schutz vor Dürre und Überschwemmungen, reinigen Wasser und regulieren das Mikroklima. In Deutschland sind 95 % der früheren Moore entwässert und heute nicht mehr als solche zu erkennen.

von Berit Krondorf

Typha Germination

Neue Broschüre

27/01/2026  Andre Jansen wollte herausfinden, wie Typha keimt und was dies für die Zukunft der Paludikultur bedeutet – einer klimafreundlichen Form der Landwirtschaft auf wiedervernässten Mooren. Denn feuchte Landwirtschaft kann zum Schutz der Moore beitragen und gleichzeitig wertvolle Biomasse produzieren!

 
Das Ergebnis: Die Broschüre „The germination of Typha species” ist jetzt online verfügbar! Basierend auf einer umfangreichen Literaturrecherche übersetzt sie ökologisches Wissen in praktische Erkenntnisse für eine nachhaltige Landnutzung und -renaturierung.
 
Fünf wichtige Erkenntnisse:
 
1️⃣ Typha-Arten produzieren enorme Mengen an keimfähigen Samen, wodurch die Aussaat eine vielversprechende und kostengünstige Alternative zum Pflanzen darstellt.
2️⃣ Der Wasserhaushalt ist der entscheidende Faktor: Schwankende Wasserstände beeinflussen die Keimung und die Etablierung der Sämlinge stark.
3️⃣ Typha-Samen keimen unter den richtigen Bedingungen schnell und zuverlässig, insbesondere bei ausreichender Licht- und Temperaturversorgung.
4️⃣ Die Fähigkeit der Arten, dauerhafte Samenbanken zu bilden, ermöglicht eine schnelle Besiedlung nach Wiedervernässung.
5️⃣ Das Verständnis der Keimungsökologie ist für eine erfolgreiche Paludikultur und den Schutz von Mooren unerlässlich.
 
📖 Erfahren Sie mehr in der vollständigen Broschüre

von NK

Gut moorig & schwammig

Fachforum beim Zukunftsforum Ländliche Entwicklung auf Grüner Woche

19/01/2026   Wie lässt sich Wasser in der Landschaft halten – das ist Thema des Fachforums Schwammlandschaften und Paludikultur am 21. Januar auf der Grünen Woche. Wasser ist zentral, um Agrarlandschaften widerstandsfähig gegen Auswirkungen der Klimakrise zu machen. Wie Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen dies durch Wässerwiesen, steuerbaren Drainagen, Agroforstsystemen, Humusaufbau oder Moor-Wiedervernässung und Paludikultur erreichen können, dazu bietet das Forum Best practice-Beispiele. Auch Rahmenbedingungen und Übertragbarkeit der Erfahrung aus der Praxis in andere Regionen werden von den Referierenden Corinna Friedrich und Thomas Köhler (DVL), Josef Sedlmeier (Landschaftspflegeverband Regensburg) und Dr. Franziska Tanneberger (Co-Leiterin Greifswald Moor Centrum) erörtert.

Das Fachforum findet von 14:30-16 Uhr in Raum A6 im City Cube statt und ist auch per Livestream zu verfolgen. Es wird veranstaltet vom Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) e.V. in Kooperation mit Greifswald Moor Centrum.

von Berit Krondorf

Paludi Summer School 2026

Nur noch wenige Plätze frei!

10/01/2026  Last chance: Es gibt nur noch wenige Plätze für die  neuntägige Paludi Summer School im Juni 2026.  Promovierenden und Nachwuchswissenschaftlern die Expertise suchen und sich vernetzen wollen, können sich noch bis zum 31. Januar anmelden.

Die Paludi Summer School findet vom 08. bis 17. Juni 2026 am Thünen-Institut in Braunschweig und am Greifswald Moor Centrum statt. Ziel ist es, den interdisziplinären Austausch zu stärken und die Teilnehmenden sowohl untereinander als auch mit Expertinnen und Experten aus Forschung und Praxis zu vernetzen. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Erarbeiten und Vertiefen von Wissen rund um Paludikultur. Ergänzt wird das Programm durch praktische Aufgabenstellungen, interaktive Workshops und Exkursionen zu Projektflächen, abgerundet durch einige Freizeitaktivitäten, die Raum für Austausch und Vernetzung bieten. Jede teilnehmende Person wird gebeten einen Vortrag zum eigenen Forschungsthema zu halten – eine Gelegenheit, Ideen zu teilen, Feedback zu erhalten und voneinander zu lernen.

Anmeldungen sind über dieses Formular möglich. Die Paludi Summer School wird vom Projekt PaludiZentrale organisiert.

von Berit Krondorf

Vom Moor zum Markt

LCA für Paludikulturen – wie geht’s?

Greifswald, 7 Januar 2026 Clemens Kleinspehn arbeitet and der Universität Greifswald im Projekt PaludiAllianz daran, die Umweltwirkung über den gesamten Lebenszyklus – eine sogenannte Life Cycle Analysis (LCA) – für ein Paludi-Produkt zu berechnen. In diesem Fall ganz konkret für den Versandkarton der OTTO Group, der zu 10 % aus Biomasse nasser Moore besteht.

Im aktuellen Paludikultur-Interview erklärt er, dass dies vor allem die Grundlage liefert für die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit von Paludikultur-Produkten. Die Herausforderung dabei: Bisher fehlen in internationalen Ökobilanz-Datenbanken Daten zu Paludikultur-Produkten. Clemens Kleinspehn zeigt nicht nur, wie das Projekt diese Datenlücken schließt, an welchen Konkurrenzprodukten sich die Analyse orientieren kann und auf welche Einflusskategorien wie Wasser- und Energieverbrauch, Biodiversität sowie Treibhausgasemissionen sie sich konzentriert. Er thematisiert auch, wie wichtig die Transparenz der LCA ist, da es keine verbindlichen Standards

Die LCA für den Versandkarton soll nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse liefern, sondern Unternehmen und interessierten Verbraucher*innen eine fundierte Basis für Entscheidungen bieten. „Klimabilanzen sind heute ein wichtiges Kaufkriterium“, betont Kleinspehn. „Unsere Ergebnisse werden veröffentlicht, damit Produzenten und Interessierte Paludikultur-Produkte besser bewerten können.“ Die Analyse wird voraussichtlich in sechs Monaten abgeschlossen sein.

von Berit Krondorf

PV auf Mooren könnte noch besser sein...

wenn sie nass wären

06/01/2026 Gute Maßnahme, falscher Ort: Mehr Treibhausgasemissionen als durch nachhaltige Energie eingespart – so sieht die Treibhausgasbilanz von Solarenergie auf entwässerten Mooren in Deutschland bislang aus, wie diese neue Studie im Journal Nature zeigt: Greenhouse gas balance of solar parks built on peatlands in Germany.

Stattdessen könnte es viel besser sein und Solar-PV auf Mooren sogar noch grüner, wenn ... sie nass wären!  Durch die Wiedervernässung werden die CO2-Emissionen aus entwässerten Mooren fast sofort gestoppt und somit verhindert, dass die Schäden durch die fortgesetzte Torfoxidation den Nutzen einer sauberen Energieerzeugung übersteigen.
 
„Neu befeuchtete Moorgebiete mit entsprechend gestalteten Solarparks könnten einen kombinierten Nutzen haben und ein großes Potenzial zur Eindämmung des Klimawandels erschließen“, sagt Co-Autor Carl Pump von der Universität Greifswald. „Aber nur mit einer intelligenten und sorgfältigen Planung – idealerweise in Zusammenarbeit mit allen relevanten Interessengruppen und Behörden.“
 
Bis Dezember 2023 wurden bereits 165 Solarparks auf Moorflächen mit einer installierten Gesamtleistung von 643 MWp gebaut. Im Durchschnitt versorgen sie 200.000 Haushalte pro Jahr mit Strom. Aufgrund der allgemein niedrigeren Bodenwerte wurden Moorflächen in der Vergangenheit möglicherweise sogar bevorzugt. Eine beträchtliche Anzahl dieser Anlagen erhält Einspeisevergütungen. Seit 2023 ist es verboten, Einspeisevergütungen für neue Solarparks zu erhalten, die auf entwässerten Mooren errichtet wurden, wodurch diese weitgehend unrentabel werden.
 
Die Kernaussagen der Studie:
- Keine neuen Solarparks auf entwässerten Mooren!
- PV-Anlagen auf wiedervernässten Moorflächen können einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten!
- Durch die zusätzliche Wiedervernässung des Moors neben der PV-Anlage können die Emissionswerte pro kWh noch positiver ausfallen.
- Wiedervernässte Moor-PV-Anlagen könnten auch Teil der Landnutzungsumstellung zur Wiedervernässung von Mooren sein.